Russische & griechische Ikonen |
Religiöse Kunst
Ikonen sind Zeugen Ihrer Zeit sowie des kulturellen und religiösen Kontextes ihrer Entstehung. Ob Einzelstück, Erbschaft oder Sammlungsauflösung - wir sind auf den Ankauf von Ikonen aus Russland, Griechenland und Osteuropa spezialisiert. Um den heutigen Wert einer Ikone richtig ermitteln zu können, müssen mehrere Kriterien Beachtung finden:

Datierung
Unser Interesse gilt Ikonen vom 15. Jahrhundert bis zum Ende
der Zarenzeit zu Beginn des
20. Jahrhunderts und umfasst damit mehrere Jahrhunderte orthodoxer Bildtradition. Die meisten Ikonen datieren jedoch in die Zeit des 17. bis zum 19. Jahrhundert. Die rückseitig eingearbeiteten Querleisten - Sponki genannt - sind dabei unverzichtbare Hilfsmittel für die zeitliche Einordnung von Ikonen.

Herkunft
Ikonen haben ihren Ursprung in Osteuropa. Typische Herkunftsregionen sind Russland, Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien und Rumänien, aus denen sowohl Holz- als auch Hinterglasikonen stammen. Besonders reizvoll sind regionale Besonderheiten wie die miniaturhaften Schnitzikonen
vom Berg Athos.

Technik und Verzierung
Aufwändige Verzierungen aus vergoldetem Silber und Email, bekannt als Basma, Oklad oder Riza, vermögen die Attraktivität einer Ikone erheblich zu erhöhen. Dabei kann die Punzierung der Arbeiten Aufschluss über den Entstehungsort und den Silberschmied geben. Weniger aufwändige Verzierungen sind aus Messing oder niedrig legiertem Silber gearbeitet.

Malqualität
Die malerische Qualität und die Feinheit der Vergoldung einer Ikone sind entscheidend für ihre preisliche Einordnung. Besonders hochwertige Ikonen zeichnen sich durch eine reiche, fein abgestufte Farbigkeit aus; Gesichter und Haartracht sind individuell und detailreich ausgearbeitet, und die Hintergründe sind aufwendig mit Architekturkulissen und Landschaften gestaltet.

Malschule und Künstler
Eine jahrelange Beschäftigung mit Ikonen ermöglicht es, einzelne Malzentren wie Nowgorod, Kostroma, Palech, Mstera, Choluj, Moskau und St. Petersburg zu unterscheiden. In Einzelfällen lassen sich sogar Malschulen und Ikonenmaler wie Kyrill Uljanow, Simon Uschakow, Prokopij Tschirin, Wassilij Gurjanow, Michail Dikarew und Iosif Semenovich Chirikov eindeutig identifizieren.

Thema und Ikonographie
Neben klassischen Ikonenthemen wie Christus Pantokrator, der Gottesmutter sowie Heiligen der orthodoxen Kirchen – etwa Nikolaus von Myra, Georg dem Drachentöter oder Alexander Newski – begeistern uns besonders seltene und singuläre Darstellungen, etwa das Jüngste Gericht, die Bergpredigt, die Erschaffung der Welt oder liturgische Szenen.

Format
Ikonen variieren in ihrer Gestaltung von miniaturhaften Reiseikonen und kleinformatigen Tabletki – beidseitig mit Kreidegrund versehenen und bemalten Ikonen – über Werke im gängigen Format von etwa 31 × 28 cm und doppelseitigen Prozessionsikonen bis hin zu monumentalen Arbeiten aus Kirchenikonostasen, die den liturgischen Raum vom profanen Bereich der Kirche abgrenzen.

Provenienz
Besonders reizvoll sind Ikonen mit historisch gesicherter Provenienz, die sich etwa durch Widmungs-inschriften oder Einträge in Inventaren eindeutig identifizieren lassen. Eine gesicherte Historie kann die kunsthistorische und sammlerische Bedeutung einer Ikone erheblich steigern.
Darüber hinaus sind Ikonen von besonderem Interesse, die im Rahmen von Museums-ausstellungen – etwa im Ikonenmuseum in Frankfurt oder in Recklinghausen – publiziert wurden.
